Monthly Archives: Februar 2020

Per la Vita – Bewegender Festakt zum 100. Geburtstag Max Windmüllers

Am Ende des Projekttages zum 100. Geburtstages von Max Windmüller liegen sich Esther Bejarano und Albrecht Weinberg auf der Bühne der Johannes a Lasco-Bibliothek in den Armen. Beide waren am 20. April 1943 mit demselben Transport nach Auschwitz transportiert worden – und beide haben den Holocaust überlebt. Bereits vor zwei Jahren hatte Albrecht Weinberg, der heute in Leer lebt, Bejarano bei ihrem ersten Auftritt in Emden treffen wollen, war damals allerdings krankheitsbedingt verhindert. Nun klappt es mit dem Wiedersehen: „Krümel! – Kennst Du mich noch?“, ruft Weinberg der Sängerin zu, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit Erfolg: Ebenso wie Weinberg war auch Esther Bejarano im KZ Krümel genannt worden und so dauert es nicht lang und beide sprechen noch vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung miteinander und umarmen sich innig vor dem Publikum in der vollbesetzten Kirche.

Ein Bild, das bewegender nicht hätte sein können: Anlässlich des 100. Geburtstages Max Windmüllers hatten sich zahlreiche Gäste in der Johannes a Lasco-Bibliothek eingefunden, um dem Namensgeber der Schule zu gedenken. „Der heutige Festakt soll an das Leben und den Einsatz von Max erinnern, aber auch an die Gewalt und das Unrecht, das ihm und so vielen Menschen durch die Nationalsozialisten angetan wurde“, betonte Schulleiter Frank Tapper zu Beginn seiner Rede. Bei aller Trauer, die mit dem Gedenken einhergehe, gehe es auch darum, Lehren aus dem Leben Windmüllers zu ziehen: „Optimistisch stimmt die Courage der Widerstandskämpfer während der Nazi-Herrschaft, die vielen, und doch viel zu wenigen, Menschen das Leben retteten. Menschen wie Max Windmüller haben sich trotz aller Aussichtslosigkeit gegen die Unterdrückung gewehrt und für ihre Mitmenschen eingesetzt.“

Tapper dankte den vielen Referentinnen und Referenten, die im Laufe des Tages am Gymnasium aktiv waren:  „Sie alle unterstützen das Bildungsziel, unsere Schülerinnen und Schüler stark zu machen, um sie gegen populistische, rassistische und antisemitische Parolen immun zu machen.“

Das ist auch das Ziel von Esther Bejarano: Knapp dreißig Minuten trägt die 95jährige Shoah-Überlebende aus ihrer Biografie vor, die nur durch eine glückliche Fügung Mitglied des Mädchenorchesters des Konzentrationslagers Auschwitz wurde. Mit dem Vorspielen des Schlagers „Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami“ konnte sie damals überzeugen und so überleben.

Eine Stunde singt Esther Bejarano nach ihrer Lesung mit der Microphone Mafia, der HipHop-Band mit ihrem Sohn Joram und dem „eingeenkelten“ Kutlu. „Per la Vita“ – „Für das Leben“ ist ein Titel Bejaranos, der an diesem Abend wie das Motto des Festtages wirkt, denn der Auftritt sprüht vor Lebensfreude und Zuversicht. Ganz besondere Emotionen löst natürlich „Bel Ami“ aus – auch bei Weinberg, der die ganze Zeit leise mitsingt. Als der Schlussapplaus ertönt dankt Oberbürgermeister Tim Kruithoff der Sängerin und überreicht einen Blumenstrauß auf Knien, bevor er Arie Windmüller, Tswi Herschel und Albrecht Weinberg auf die Bühne bittet. Letzterer ist sofort wieder mit Esther Bejarano im Gespräch: Obwohl beide vielbeschäftigt sind und unermüdlich aus ihrem Leben berichten, wollen sie sich bald wieder treffen, um in Ruhe miteinander sprechen zu können.

 

 

Schnuppertag Technik an der Hochschule Emden.Leer

Hörsaalluft und Studienflair haben die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrganges beim „Schnuppertag Technik“ kennengelernt. Sie haben sich über ingenieurwissenschaftliche Studiengänge informiert. Die Hochschule hat ein breitgefächertes Angebot zur Verfügung gestellt, beim dem es neben der Teilnahme an Probevorlesungen auch die Möglichkeit gab in die Forschungs- und Versuchslabore zu blicken.
Lehrende und Firmenvertreter, sowie der Arbeitgeberverband und die Agentur für Arbeit haben sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler gestellt. Absolventen haben konkret von ihrer Studienzeit an der Hochschule Emden.Leer berichtet, wobei sie die positiven Entwicklungsmöglichkeiten beschrieben. Zuletzt haben sie auf die in vielen Branchen bestehenden guten Berufsaussichten verwiesen, so dass für manchen ein Studium im Heimatort Emden in greifbare Nähe rückte.

 

Max-Team gewinnt Regionalentscheid in der Kategorie Physik

Feilen, schrauben, schleifen – die vielen Stunden der Vorbereitung haben sich gelohnt: Mit ihrer Elektrisiermaschine konnte das Team aus Ben Rothe (13), Reyk Janßen (14) und Helge Poets (13) die Jury überzeugen und sich für die nächste Runde im Wettbewerb „Schüler experimentieren“ qualifizieren.

Erregten mit Leidener Flasche und der Vorführung ihrer Elektrisiermaschine viel Aufmerksamkeit: Reyl, Ben und Helge (v.l.).

Im Rahmen der von Max Lehrer Andreas Makus geleiteten AG „Geschichte der Physik“ hatten die drei Schüler sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der historischen Entwicklung dieser frühen Generatoren befasst und schließlich ein solches Gerät komplett nachgebaut. Etwa 10.000 Volt können mit diesem Apparat erreicht werden, doch sorgen musste sich am Donnerstag trotzdem kein Besucher der Gruppe, die zudem noch zwei Sonderpreise einheimsen konnte: Angesichts der geringen Leistung drohte keinerlei Gefahr.

Leon Bernhardt zeigte auch Schulleiter Frank Tapper die Ergebnisse seiner Arbeit.

Erfolgreich teilgenommen hat auch Leon Bernhardt (15), der sich mit dem Thema Laser-Sicherheit auseinandergesetzt hat: Für seine Arbeit gab es den Sonderpreis „Thinking Safety“.

Auf Ben, Reyk und Helge wartet jetzt der Landesentscheid: Vom 13.-14. März stellen sich die drei Jungforscher im Zentrum für Aus- und Weiterbildung der EWE den Juroren!

 

Max-Schüler gewannen Einblicke in molekularbiologisches Arbeiten

Zum Abschluss des Themenfeldes Molekularbiologie besuchten Schülerinnen und Schüler des Max die Hochschule Emden/ Leer, um dort das im Unterricht gewonnene Wissen prktisch anzuwenden: Unter der Leitung von Dipl.-Ing. Christina Steffen und ihren Mitarbeiterinnen Dr. Susanne Benner, Margret Münkewerf und zweier Studenten bereiteten die Max-Schülerinnen und –Schüler DNA-Proben vor, gossen Gele und untersuchten anschließend ihre Proben mit einer Gelelektrophorese.

„Der praktische Umgang mit Mikropipetten, Zentrifugen und Gelelektrophorese-Kammern in einem Hochschul-Labor gibt Einblicke in ein späteres Studium“, so Kai Gembler. Mit seinen Kolleginnen und Kollegen Katrin Schmitt-Laarmann und Detlef Hillers hatte er den Besuch im Unterricht vorbereitet, um den Schülerinnen und Schülern eine Vertiefung des Biologieunterrichtes zu ermöglichen. Auch im kommenden Jahr sollen die Elftklässlerinnen – und klässler wieder ein molekulargenetisches Praktikum absolvieren: „In der Hochschule Emden/ Leer finden wir dafür beste Möglichkeiten vor.“

Gegen den Einsatz von Kindersoldaten- Max-Schüler setzten Zeichen beim Red Hand Day

Am 12. Februar 2002 wurde die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) um einen wichtigen Punkt erweitert: An diesem Tag trat ein im Jahr 2000 von 92 Staaten der Erde beschlossenes Zusatzprotokoll in Kraft, mit dem der Einsatz von Kindern als Soldaten geächtet wird. Erstmals wurde damit beschlossen, dass die Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen illegal ist. Ein Verstoß gegen diese Konvention ist ein Kriegsverbrechen, das vom Internationalen Gerichtshof bestraft wird.

Trotzdem werden immer noch Minderjährige eingesetzt, um als billiges und leicht beeinflussbares Kanonenfutter geopfert zu werden, Minen zu suchen oder sexuell missbraucht zu werden. Über eine Viertelmillion Kinder weltweit lebt unter solchen Bedingungen – eine unerträgliche Situation, auf die die Schülervertretung des Max-Windmüller-Gymnasiums auch in diesem Jahr aufmerksam gemacht hat: Anlässlich des Red Hand Days haben die Schülervertreter die roten Handabdrücke ihrer Mitschüler gesammelt, um gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten zu protestieren.

Inzwischen wurde dieser Menschenrechtsvertrag von 167 Staaten unterschrieben, die sich damit verpflichtet haben unter 18-Jährige vor Zwangsrekrutierung und Wehrpflicht zu schützen. Auch Deutschland hat diesen Vertrag unterzeichnet, nimmt aber eine Ausnahmeregelung in Anspruch, durch die weiterhin 17-Jährige als Freiwillige Soldaten der Bundeswehr werden können. Damit ist die Bundesrepublik eines von nur 46 Ländern weltweit, das nicht dem Straight 18-Standard folgt.

Mit ihren Handabdrücken haben die Schülerinnen und Schüler des Max ein Zeichen gegen den Verstoß der Kinderrechte gesetzt. Geplant und durchgeführt wurde die Aktion von den Mitgliedern der Schülervertretung und der Weltretter-AG: Einen ganzen Vormittag wurden die Abdrücke gesammelt, um sie nach Berlin zu bringen. Während der Studienfahrt der 10. Klassen sollen die Banner dann übergeben werden.

Klimarat stellt Händetrockner-Projekt im Schulausschuss vor

Am Donnerstag, den 06.02.20 haben sich Vertreter des Klimarates und des Klimaparlaments auf den Weg gemacht, das Händetrockner-Projekt des Max-Windmüller-Gymnasiums vor dem Schulausschuss im Ratssaal der Stadt Emden vorzustellen. Ziel dieses Projekts ist es, einen Beitrag zur Umgestaltung der Schule zu einem klimafreundlichen, also CO2-neutralen Lernort, zu leisten.

Die Idee, Händetrockner auf den Schultoiletten des Max zu installieren, wurde vom Klimarat der Schule entwickelt. Seit Oktober 2018 trifft sich dieser regelmäßig, um die Ziele des Projekts voranzutreiben. Gewählt wurde der Klimarat vom Klimaparlament, einem Gremium, an dem Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge beteiligt sind. Diese besondere Organisationsstruktur ist im Rahmen der Teilnahme des Max am CAP-Projekt (Climate Action Project) der UNESCO-Projektschulen entstanden. Dabei geht es darum, Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzusehen. In diesem Sinne agiert auch das neue DBU-Projekt (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) der UNESCO-Projektschulen, an dem das Max ebenfalls teilnimmt.

Dies kann nur gelingen, wenn dabei die gesamte Schulgemeinschaft aktiviert, Lernen im Sinn des Klimaschutz gestaltet sowie dass Umfeld und somit die Politik der Stadt aktiviert wird. „Unser Händetrocknerprojekt ist ein Beitrag des Max, den Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt Emden, mit dem Ziel Emden zu einer Null-Emissions-Stadt zu machen, voranzutreiben“ so Mia Bredebusch, Vorsitzende des Klimarates des Max während der Präsentation vor dem Schulausschuss.

Gemeinsam mit Lasse Clauß (Jg.6) und Tamme Ehrlich (Jg.9) stellte die Neuntklässlerin die bisherige Arbeit des Klimarates und Ideen zur CO2-Reduktion vor: Neben intelligenten Heizungssteuerungssystemen und einer energetischen Gebäudestruktur, die das Max bereits besitzt, gehören dazu das Stoßlüften in den Klassenräumen sowie das Bestreben, Klassenfahrten bei klimafreundlichen Anbietern zu buchen oder die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule, welche die Energie erzeugt, die bei der Gebäudenutzung benötigt wird.

Ein ganz konkretes Problem ist das hohe Müllaufkommen durch den Gebrauch von Papierhandtüchern auf den Schultoilettenanalagen. Diese erzeugen neben jährlich konstant hohen Kosten auch eine nicht zu unterschätzende Menge an CO2. So haben die Schülerinnen und Schüler des Klimarates errechnet, dass eine Umstellung auf elektrische Händetrockner neben erheblich geringeren Betriebskosten auch zur Einsparung einer großen Menge an CO2 führt. So errechnet sich auf 10 Jahre gesehen bei der Anschaffung von 20 Geräten eine Kostenersparnis von bis zu 30. 000€ gegenüber Papierhandtüchern. Ebenso beeindruckend ist die C02-Ersparnis nach 10 Jahren, die sich auf ca. 160 000kg beläuft.

Die Worte des Klimarates fanden beim Ausschuss Gehör, wobei zum einen die gelungene Präsentation gelobt wurde und zum anderen ein positives Signal von Oberbürgermeister Tim Kruithoff zur Umsetzung des Projektes im Anschluss der Präsentation erfolgte. Abschließend gilt es nochmals unseren Dank dafür auszusprechen, dass wir mit dem Klimarat unser Anliegen vor dem Schulausschuss vortragen durften.

Der Klimarat des Max

Anerkennung als UNESCO-Projektschule- Video vom Festakt online!

Ein besonderer Tag in der Geschichte des Max-Windmüller-Gymnasiums: Am 9.12.2019 wurde dem Max im Rahmen eines Festaktes im Neuen Theater die Urkunde zur Anerkennung als UNESCO-Projektschule überreicht. Das Video dazu ist jetzt auf dem YouTube-Channel des Max zu sehen:

Neues Video online – Besuch von Exodus-Passagieren in Emden

Ein neues Video auf dem YouTube-Channel des Max: Im September 2019 waren 46 Überlebende bzw. Nachfahren der legendären Exodus zu Gast in Emden, um in die Vergangenheit des legendären Schiffes zurückzureisen (Bericht zum Besuch der Exodus-Flüchtlinge).

Creative Writing mit Clare Wigfall

Bereits zum zweiten Mal hatte das Max die britische Autorin Clare Wigfall zu Gast, und trotz Anreiseschwierigkeiten wegen des Sturmes konnte am 10.02.2020 der Creative Writing Workshop für den 12. Jahrgang stattfinden.

Arie Windmiller trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein

Eine Unterschrift von großer Symbolkraft: Arie Windmiller hat sich in das Goldene Buch der Stadt Emden eingetragen. Anlässlich des 100. Geburtstages von Max Windmüller am 7.Februar 2020 hatte Oberbürgermeister Tim Kruithoff den Neffen des Namensgebers der Schule darum gebeten, dieses als Ehrengast im Rahmen eines Festempfanges zu signieren.

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