{"id":22421,"date":"2026-09-25T18:36:36","date_gmt":"2026-09-25T16:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/?p=22421"},"modified":"2026-09-25T18:36:36","modified_gmt":"2026-09-25T16:36:36","slug":"ahmad-mansour-im-festspielhaus-rieke-lea-und-feemke-berichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/ahmad-mansour-im-festspielhaus-rieke-lea-und-feemke-berichten\/","title":{"rendered":"Ahmad Mansour im Festspielhaus &#8211; Rieke, Lea und Feemke berichten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22424\" aria-describedby=\"caption-attachment-22424\" style=\"width: 1512px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22424 size-full\" src=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024-e1790353828313.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"1368\" srcset=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024-e1790353828313.jpg 1512w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024-e1790353828313-300x271.jpg 300w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024-e1790353828313-1024x926.jpg 1024w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0024-e1790353828313-768x695.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1512px) 100vw, 1512px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22424\" class=\"wp-caption-text\"><em>Antisemitismus und Polarisierung in der Gesellschaft &#8211; Ahmad Mansour im Festspielhaus<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Am 24.09.26 besuchten wir, Sch\u00fclerinnen des 11. Geschichtskurses und des Deutsch-Leistungskurses, einen Vortrag von Ahmad Mansour im Festspielhaus am Wall. In seinem Vortrag ging es vor allem um seinen eigenen Lebensweg, Radikalisierung, Integration, Religion und den Nahostkonflikt. Dabei verband er seine pers\u00f6nlichen Erfahrungen immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen.<\/p>\n<p>Zu Beginn erz\u00e4hlte Mansour von seiner Jugend. Damals wurde er in der Schule gemobbt und f\u00fchlte sich mit seinen Problemen von seinem Umfeld nicht wahrgenommen. Eine islamistische und radikale Gruppe bemerkte jedoch, dass es ihm nicht gut ging, und gab ihm das Gef\u00fchl, dazuzugeh\u00f6ren. Dadurch fand er innerhalb dieser Gruppe Anerkennung und Gemeinschaft. Gleichzeitig begann er, seinen Glauben immer st\u00e4rker aus dieser radikalen Perspektive zu verstehen. Dies f\u00fchrte schlie\u00dflich auch zu Konflikten mit seiner Familie.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben war sein Psychologie-Studium in Israel. Dort kam er mit Menschen in Kontakt, die er zuvor als seine \u201eFeinde\u201c betrachtet und deshalb gemieden hatte. Er studierte gemeinsam mit j\u00fcdischen Menschen und lernte sie pers\u00f6nlich kennen. Dadurch stellte er fest, dass seine bisherigen Vorstellungen und sein Hass nicht zu den tats\u00e4chlichen Menschen passten, die ihm begegneten. F\u00fcr ihn wurde deutlich, dass sich sein Hass auf ein Bild richtete, das durch seine damalige Umgebung und seine radikale Gruppe entstanden war. Diese Erfahrung brachte ihn dazu, seine bisherigen Ansichten zu hinterfragen und sich von der Radikalisierung zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Auch sein sp\u00e4terer Weg nach Deutschland war ein wichtiger Teil des Vortrags. Mansour berichtete, dass die Integration f\u00fcr ihn zun\u00e4chst schwierig gewesen sei, da er stark in seiner eigenen \u201eBlase\u201c gelebt hatte. Er betonte deshalb, dass Menschen, die beispielsweise aufgrund von Krieg nach Deutschland kommen, mehr Unterst\u00fctzung erhalten sollten. Dazu geh\u00f6rten f\u00fcr ihn unter anderem Deutschkurse, Sozialarbeiter oder psychologische Unterst\u00fctzung. Gleichzeitig m\u00fcsse es M\u00f6glichkeiten geben, mit der deutschen Gesellschaft und Kultur in Kontakt zu kommen. Integration sei aus seiner Sicht keine einseitige Aufgabe, sondern ein Prozess, bei dem Unterst\u00fctzung eine wichtige Rolle spiele.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22423\" aria-describedby=\"caption-attachment-22423\" style=\"width: 1512px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22423 size-full\" src=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"1697\" srcset=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179.jpg 1512w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179-267x300.jpg 267w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179-912x1024.jpg 912w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179-768x862.jpg 768w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0021-e1790353941179-1369x1536.jpg 1369w\" sizes=\"(max-width: 1512px) 100vw, 1512px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22423\" class=\"wp-caption-text\"><em>Immer in der N\u00e4he Mansours: Personensch\u00fctzer sorgen f\u00fcr die Sicherheit des Redners <\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Religion. Mansour erkl\u00e4rte, dass er selbst Muslim sei und an Gott glaube, seinen Glauben heute aber nicht mehr so praktiziere wie fr\u00fcher. Dabei sprach er auch \u00fcber den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Er machte deutlich, dass man zwischen pers\u00f6nlichem Glauben und einer politischen beziehungsweise extremistischen Ideologie unterscheiden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die heutige Gesellschaft und insbesondere \u00fcber Jugendliche und soziale Medien sprach Mansour. Seiner Meinung nach gebe es eine zunehmende politische Polarisierung und Radikalisierung. Er beobachte, dass Menschen teilweise sehr stark in bestimmte politische Richtungen gehen und sich dadurAm 24.09.26 besuchten wir, Sch\u00fclerinnen des 11. Geschichtskurses und des Deutsch-Leistungskurses, einen Vortrag von Ahmad Mansour im Festspielhaus am Wall. In seinem Vortrag ging es vor allem um seinen eigenen Lebensweg, Radikalisierung, Integration, Religion und den Nahostkonflikt. Dabei verband er seine pers\u00f6nlichen Erfahrungen immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen.<\/p>\n<p>Zu Beginn erz\u00e4hlte Mansour von seiner Jugend. Damals wurde er in der Schule gemobbt und f\u00fchlte sich mit seinen Problemen von seinem Umfeld nicht wahrgenommen. Eine islamistische und radikale Gruppe bemerkte jedoch, dass es ihm nicht gut ging, und gab ihm das Gef\u00fchl, dazuzugeh\u00f6ren. Dadurch fand er innerhalb dieser Gruppe Anerkennung und Gemeinschaft. Gleichzeitig begann er, seinen Glauben immer st\u00e4rker aus dieser radikalen Perspektive zu verstehen. Dies f\u00fchrte schlie\u00dflich auch zu Konflikten mit seiner Familie.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben war sein Psychologie-Studium in Israel. Dort kam er mit Menschen in Kontakt, die er zuvor als seine \u201eFeinde\u201c betrachtet und deshalb gemieden hatte. Er studierte gemeinsam mit j\u00fcdischen Menschen und lernte sie pers\u00f6nlich kennen. Dadurch stellte er fest, dass seine bisherigen Vorstellungen und sein Hass nicht zu den tats\u00e4chlichen Menschen passten, die ihm begegneten. F\u00fcr ihn wurde deutlich, dass sich sein Hass auf ein Bild richtete, das durch seine damalige Umgebung und seine radikale Gruppe entstanden war. Diese Erfahrung brachte ihn dazu, seine bisherigen Ansichten zu hinterfragen und sich von der Radikalisierung zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Auch sein sp\u00e4terer Weg nach Deutschland war ein wichtiger Teil des Vortrags. Mansour berichtete, dass die Integration f\u00fcr ihn zun\u00e4chst schwierig gewesen sei, da er stark in seiner eigenen \u201eBlase\u201c gelebt hatte. Er betonte deshalb, dass Menschen, die beispielsweise aufgrund von Krieg nach Deutschland kommen, mehr Unterst\u00fctzung erhalten sollten. Dazu geh\u00f6rten f\u00fcr ihn unter anderem Deutschkurse, Sozialarbeiter oder psychologische Unterst\u00fctzung. Gleichzeitig m\u00fcsse es M\u00f6glichkeiten geben, mit der deutschen Gesellschaft und Kultur in Kontakt zu kommen. Integration sei aus seiner Sicht keine einseitige Aufgabe, sondern ein Prozess, bei dem Unterst\u00fctzung eine wichtige Rolle spiele.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22425\" aria-describedby=\"caption-attachment-22425\" style=\"width: 1536px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22425 size-full\" src=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030.jpg\" alt=\"\" width=\"1536\" height=\"2048\" srcset=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030.jpg 1536w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030-225x300.jpg 225w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030-768x1024.jpg 768w, https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG-20260924-WA0030-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"(max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22425\" class=\"wp-caption-text\"><em>Im Festspielhaus kamen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler verschiedener ostfriesischer Gymnasien zusammen, um Mansour zu h\u00f6ren<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Religion. Mansour erkl\u00e4rte, dass er selbst Muslim sei und an Gott glaube, seinen Glauben heute aber nicht mehr so praktiziere wie fr\u00fcher. Dabei sprach er auch \u00fcber den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Er machte deutlich, dass man zwischen pers\u00f6nlichem Glauben und einer politischen beziehungsweise extremistischen Ideologie unterscheiden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die heutige Gesellschaft und insbesondere \u00fcber Jugendliche und soziale Medien sprach Mansour. Seiner Meinung nach gebe es eine zunehmende politische Polarisierung und Radikalisierung. Er beobachte, dass Menschen teilweise sehr stark in bestimmte politische Richtungen gehen und sich dadurch immer mehr voneinander abgrenzen. Als einen m\u00f6glichen Einflussfaktor nannte er soziale Medien, da dort h\u00e4ufig Inhalte verbreitet werden, die bestehende Ansichten verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Zum Schluss ging Mansour auch auf den Nahostkonflikt ein, zu dem er aufgrund seiner eigenen Herkunft eine besondere Verbindung hat. \u201eIch habe aufgeh\u00f6rt, den Nahostkonflikt l\u00f6sen zu wollen.\u201c, erkl\u00e4rte er, denn der Konflikt sei sehr komplex und er selbst habe sowohl eine Verbindung zu Israel als auch zu Pal\u00e4stina. Deshalb gehe es f\u00fcr ihn nicht darum, sich einfach f\u00fcr eine Seite zu entscheiden. Vielmehr m\u00fcsse man versuchen, die verschiedenen Perspektiven und die Geschichte des Konflikts zu verstehen.<\/p>\n<p>Insgesamt fanden wir den Vortrag besonders interessant, weil Mansour nicht nur allgemein \u00fcber Radikalisierung und Integration sprach, sondern seine eigenen Erfahrungen einbezog. Dadurch wurde deutlich, wie schnell Menschen durch das Gef\u00fchl von Ausgrenzung und fehlender Zugeh\u00f6rigkeit in eine Gruppe geraten k\u00f6nnen. Gleichzeitig zeigte sein Lebensweg, dass solche \u00dcberzeugungen auch hinterfragt und ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>von: Rieke G\u00f6temann (Jg. 11), Feemke Hensmann, Lea Gerdhabing (beide Jg. 12)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24.09.26 besuchten wir, Sch\u00fclerinnen des 11. Geschichtskurses und des Deutsch-Leistungskurses, einen Vortrag von Ahmad Mansour im Festspielhaus am Wall. 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