{"id":8567,"date":"2019-09-25T14:55:40","date_gmt":"2019-09-25T14:55:40","guid":{"rendered":"http:\/\/max-emden.de\/wordpress\/?p=8567"},"modified":"2019-10-06T10:06:58","modified_gmt":"2019-10-06T10:06:58","slug":"linksextremismus-im-blick-unterschaetzte-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/linksextremismus-im-blick-unterschaetzte-gefahr\/","title":{"rendered":"Linksextremismus im Blick \u2013 Untersch\u00e4tzte Gefahr?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">(Prolog)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rechtsradikalismus bis hin zu Extremismus ist mal wieder ein gro\u00dfen Thema in Deutschland. Die\u00a0AfD macht eine Schlagzeile nach der anderen und gewinnt immer mehr W\u00e4hler dazu. Aber vor allem gewinnen die Rechten immer mehr an Aufmerksamkeit, was immer mehr von der\u00a0Gegenseite ablenkt, diese st\u00e4rkt und sie unberechenbarer macht: Linksextremismus.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb hat es sich die Stiftung HSH der Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen zur Aufgabe gemacht aufzukl\u00e4ren, \u00fcber diese eher untersch\u00e4tzte Gefahr, welche vom Linksextremismus\u00a0ausgeht, durch eine Jugendbildungswoche. Finn und ich haben an dem diesj\u00e4hrigem Workshop teilgenommen und sind f\u00fcr vier Tage nach Berlin gefahren, um uns mit dem Thema Linksextremismus und Demokratie auseinander zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Bericht)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ankunft und Kennenlernen ging es am n\u00e4chsten Tag direkt los mit der S- und U-Bahn nach Neuk\u00f6lln und Friedrichshain. Stadtviertel, die bekannt sind als linke Brennpunkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bewegten uns in Neuk\u00f6lln, Herfurth\/Ecke Weisestra\u00dfe und sollten Ausschau halten nach linken Anzeichen. Und die waren un\u00fcbersehbar. An jeder Stra\u00dfenlaterne, jedem Stromkasten oder Hausw\u00e4nden befanden sich Sticker, Poster und Graffitis, die eine deutlich Sprache\u00a0sprechen: Der Ort wird belebt durch eine linke Militanz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAntifa Area\u201c steht auf einem Poster, gleich darunter das Logo der \u201eRAF\u201c. Dazu Werbung f\u00fcr linke Parteien, Organisationen und antifaschistische und antikapitalistische Demonstrationen. Vor allem Gentrifizierung ist ein gro\u00dfes Thema in dem Viertel: \u201eBesetzen! Enteignen! Investoren verjagen!\u201c Unterzeichnet mit <i>Nachbar*innen aus dem Kiez<\/i>. So wird hier ein wichtiges Thema und Problem f\u00fcr linke Strukturen radikalisiert. Es ist ein Aufruf zum Kampf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einblicke und Begegnungen in Neuk\u00f6lln zeigen deutlich: Linksradikalismus und Linksextremismus sind pr\u00e4sent \u2013 nur in Emden beispielsweise bekommt man davon nicht viel mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine direktere Begegnung mit Linksradikalismus hatten wir \u2013 ironischerweise \u2013 durch unseren Zimmerpartner, Torre. Ein 18-j\u00e4hriger, junger Mann mit langen Haaren, meist trug er T-Shirts von Punkrockbands. Auch er nahm an der Jugendbildungswoche teil und vertritt allerdings sehr stark linksorientierte Ansichten. In der Gruppe war er damit nicht der Einzige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An ihm l\u00e4sst es sich gut festmachen, wo Extremismus anf\u00e4ngt und ihn vom Radikalismus unterscheidet. So stellte Torre die Frage in die Runde, wie unser anarchistischer Traumstaat auss\u00e4he. Wir mussten stocken \u2013 so einen Staat wollen wir gar nicht. Des Weiteren rechtfertigte er sich h\u00e4ufig in den Seminaren f\u00fcr linke Militanz, allerdings ohne die Gewalt zu verherrlichen. Von ihm kamen auch Aussagen, man m\u00fcsse den Kapitalismus abschaffen. Aber auf die Frage der Umsetzung gab es keine klare Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche einfachen Floskeln sind typisch f\u00fcr linke Mobilisierung. Nur sind sie meist ohne Inhalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sogar das Gespr\u00e4ch mit einem Aussteiger aus der linksautonomen Szene, der sehr schlecht \u00fcber diese sprach, hinterlie\u00df keine bemerkbare Ver\u00e4nderung an Torres Haltung. Er hat sich\u00a0verst\u00e4ndnislos auf seine Meinung radikalisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundlagen einer politisch extremistischen Haltung ist der Wille, den Verfassungsstaat in seiner Form, mit allen Dingen, die f\u00fcr uns unseren demokratischen Rechtsstaat ausmachen und wof\u00fcr wir ihn sch\u00e4tzen, zu zerst\u00f6ren oder radikal zu ver\u00e4ndern. Meist einhergehend mit Gewalt und Terror. Extremisten wenden sich gegen das Grundgesetz, sie sind staatsfeindlich. Das ist Torre nicht \u2013 aber ob er das Potenzial dazu hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man erst mal in der linksextremen Szene drinnen ist und dazu geh\u00f6rt, ist es sehr schwer dort wieder heraus zu kommen. Man erschaffe sich sein eigenes Weltbild, beschreibt es der Aussteiger, so rechtfertigte man dann seine Straftaten. Maskiert auf die Demo, mit Steinen schmei\u00dfen und gegen die Polizei hetzen. \u201eBullenschweine\u201c wurden sie nur noch genannt \u2013 der Individualit\u00e4t entraubt. Sie k\u00e4mpfen f\u00fcr den Anarchismus, doch ihre Organisationen sind genauso hierarchisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Aussteiger sitzt ein Polizist. Sie kennen sich und haben schon mehrere solcher Gespr\u00e4chsrunden zusammen durchgef\u00fchrt. Auch er hat Erfahrung mit solchen linken Randgruppen. Er war im Einsatz beim G20-Gipfel in Hamburg 2017. Tritte in den R\u00fccken und fliegende Steine waren keine Seltenheit. Befragte er nach der Festnahme einige T\u00e4ter, bekam er immer die Antwort, durch seine Schutzuniform sp\u00fcre er ja nichts. Das spiegelt einmal mehr das verblendete Weltbild dieser Leute wieder, welches in ihrem Kopf festsitzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aussteiger hat es geschafft herauszukommen, dank einer schlauen Lebensgef\u00e4hrtin, die ihm Ablenkung durch einen Hund besorgte, so dass er immer weniger Zeit hatte zu Demonstrationen und Treffen zu gehen und viel Lesen hat ihm geholfen. Heute kl\u00e4rt er dar\u00fcber auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Epilog)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Linksextremismus ist nicht besser oder schlechter als Rechtsextremismus. Vergleicht man beide Ideologien f\u00e4llt auf, dass sie sich in vielen Punkten \u00fcberschneiden, au\u00dfer in ihrem Kerngedanken. Sie st\u00e4rken sich sogar gegenseitig, was man gut daran sehen kann, dass die Gefahreneinsch\u00e4tzung dem Linksextremismus gegen\u00fcber milder ausf\u00e4llt. Und da muss man aufpassen, denn auch die momentane Bewegung \u201efridays for future\u201c wird auch bekanntlich als Plattform von linken Randgruppen missbraucht, um f\u00fcr ihre Zwecke zu mobilisieren. Deshalb sollte man auch bei solchen Demonstrationen reflektiert teilnehmen, um nicht unterschwellig denen zugeordnet zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es unsere Aufgabe, beiden Formen des Extremismus entgegenzuwirken, um Demokratie leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><i>Text: Lukas Kleinert, 11a<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/IMG_20190827_103836.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8570\" src=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/IMG_20190827_103836-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/IMG_20190827_104548.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8569\" src=\"https:\/\/max-emden.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/IMG_20190827_104548-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Prolog) Rechtsradikalismus bis hin zu Extremismus ist mal wieder ein gro\u00dfen Thema in Deutschland. 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