Euro-Arabischer Dialog der UNESCO-Projektschulen

Die beiden Elftklässlerinnen Johanna Philipps und Tomma Ubben haben an einer Konferenz im nordafrikanischen Tunis teilgenommen. Hier berichten Sie von ihren Erfahrungen:

Samstag, den 25.03.2017, ging es um 2:00 Uhr morgens los zum Flughafen nach Hamburg. Nach einem Zwischenstopp in Frankfurt und einem wunderschönen Blick auf die Alpen sind wir in Tunis gelandet. Dort haben wir die ersten anderen Teilnehmer des Dialoges kennengelernt, die aus dem Libanon, Jordanien, Palästina und natürlich Tunesien gekommen sind. Mit dem Bus haben wir eine rasante Fahrt über die eigentlich dreispurigen Autobahnen, die jedoch vierspurig genutzt wurden, erlebt.

In Hammamet, dem Urlaubsort Tunesiens, angekommen, haben wir direkt das Fünfsternehotel mit seinem Buffet inspiziert. Das Hotel besaß fünf Pools und lag direkt am Strand des Mittelmeeres. Ein Buffet und Pools bei Strandlage, sowie überdrehte Klimaanlagen sind nicht sehr nachhaltig. Doch wir Teilnehmer hatten am Ende des Aufenthalts die Möglichkeit unsere Anliegen zum Schutz der Umwelt bei dem Hotelmanagement vorzutragen.

Am Sonntag begann der Dialog mit der Vorstellung der Projekte der Teilnehmer. Unser Projekt besteht aus einer großen Spendenaktion für eine Freundin aus Simbabwe. Allgemein bestanden die Projekte der deutschen Schüler eher aus Integrationsprojekten für Flüchtlinge, während die arabischen Schüler mehr auf nachhaltige Umweltprojekte fokussiert waren. Ein besonderes Event war der Besuch des tunesischen Bildungsministers, der einen Teil des Dialogs finanziert hat, am Abend.

An dem nächsten Tag begannen die Workshops. Wir konnten zwischen Design Thinking unter dem Aspekt des Klimawandels, Demokratie im Gegensatz zum Totalitarismus und sozialen Kulturunterschieden wählen. Bei dem gesamten Dialog haben wir Englisch gesprochen, um uns gut mit den arabischen Schülern verständigen zu können. Die Workshops boten uns viel Freiraum für eigenes Denken und die Bildung einer eigenen Meinung. Den Abend über haben wir mit einem Musiker aus Burkina Faso ein Lied komponiert.

Doch am Dienstag wurden zwei Workshops von tunesischen Lehrerinnen gehalten. Erst haben wir uns mit Anti-Salafismus beschäftigt, doch der Workshop endete mit Friedensbotschaften. Auch der zweite Workshop endete mit Friedensbotschaften und war sehr auf friedliche Normen konzentriert. Ohne negativ zu denken ist uns aufgefallen, dass die arabischen Lehrerinnen eine voreingenommene Meinung gegenüber uns und unseren moderneren Ansichten hatten.

Unser persönliches Highlight der Reise war der Ausflug am Mittwoch. Zuerst sind wir zu der Ruinenstätte in Karthago gefahren und haben uns Teile des Lebens vor 2000 Jahren angesehen. Danach ging es weiter zu einem Sattteil Tunis, namens Sdidbou Said, der für seine markanten weißen Häuser mit blauen Türen bekannt ist. Am Nachmittag ging es dann noch in die Medina von Tunis. Dort konnten wir unsere Handelskünste mit den tunesischen Händlern auf einem Bazar beweisen.

Donnerstag und Freitag haben wir einen großen Workshop durchgeführt. Die eine Gruppe musste einen kurzen Film drehen, der zeigt, wie man sich ohne Geld und nur mit Handel, sowie der menschlichen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bereichern kann. Dabei kann das Bereichern auch aus Dingen, wie Sprachenerlernen bestehen. Dieser Workshop sollte uns zeigen, dass Geld nicht alles bedeutet und man sich mehr auf die wirklich schönen Dinge im Leben konzentrieren sollte! Wir waren in dem Theaterworkshop. Uns wurde die Aufgabe gestellt ein stummes Theaterstück (dabei wird nicht gesprochen) zu kreieren und dabei deutlich zu machen, dass die Weltkulturerbe bedroht sind, da Politik und Wirtschaft immer mehr nur auf die klingende Kassen achten, als auf den Schutz des menschlichen und natürlichen Gutes. Am Ende des Stückes haben wir uns nur noch um Geld gestritten und sind an unserem Neid und Egoismus zerbrochen.

Schließlich ging es dann für uns Freitag Abend zum Flughafen und wir sind am Samstag, den 01.04.2017 am Mittag wieder in unserem schönen Emden angekommen.

Der Dialog hat unser Denken sehr erweitert, vor allem der Kontakt mit den arabischen Schülern war interessant, da sie mit unseren Meinungen übereinstimmten und unsre Ansichten dennoch erweitern konnten, es war toll neue Kontakte zu knüpfen und die östliche Kultur ein wenig kennenzulernen.

Hier gelangen Sie zum Bericht auf der Website der UNESCO-Projektschulen

Text und Bilder: Johanna Philipps und Tomma Ubben

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