
Am Montag und Dienstag durfte das Max-Windmüller-Gymnasium einen besonderen Gast in Emden begrüßen: Dr. Daniel Aschheim, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft in Berlin, war zu Besuch, um sich ein Bild von der Erinnerungsarbeit vor Ort zu machen. Das Max-Windmüller-Gymnasium pflegt seit 2017 eine enge Partnerschaft mit der israelischen Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem und steht seitdem auch in gutem Austausch mit der israelischen Botschaft. Der Besuch bot nun eine wertvolle Gelegenheit, diese Kontakte weiter zu vertiefen.

Nach einem Empfang durch Oberbürgermeister Tim Kruithoff führte die Projektgruppe „Keep the memory alive!“ Dr. Aschheim durch die Stadt – ein besonderer Rundgang wie Lale (Jg.7) berichtet:
Zu Beginn des Tages trafen wir uns im Landesmuseum, wo wir gemeinsam mit unserer stellvertretenden Schulleiterin an einer besonderen Führung teilnahmen, die von unserem Oberbürgermeister geleitet wurde. Anschließend machten wir einen Rundgang durch die Emder Innenstadt. Dabei lag der Fokus besonders auf wichtigen Orten im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus. So berichteten wir an verschiedenen Stationen Reichspogromnacht in Emden und das Schicksal der Familie de Beer, deren Nachfahren im vergangenen Jahr zu Gast bei uns waren.

Ein besonders bewegender Moment war der Besuch der Stolpersteine für die Familie Windmüller. Dort erinnerten wir an die Schicksale von Max, seinen Eltern und Geschwistern und berichteten von deren Leben und Verfolgung. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch des jüdischen Friedhofs in Emden. Dort stellten wir die Geschichte der Exodus ebenso vor wie die Biografien der Familie Leufgen.
Insgesamt war es ein sehr gelungener und eindrucksvoller Tag. Wir haben uns sehr darüber gefreut, einen so besonderen Gast begrüßen zu dürfen. Der Besuch war für uns alle eine wertvolle Erfahrung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Damit endete das Programm am Montag jedoch nicht, wie Rieke berichtet:
Nach einem intensiven und spannenden Nachmittag, bot sich am Abend für einen erweiterten Kreis geladener Gäste die Gelegenheit, die Veranstaltung im Rummel fortzusetzen. Eingeladen waren all jene, die über persönliche Kontakte oder direkte Ansprache von der Veranstaltung erfahren hatten, den aufgrund der angespannten Sicherheitslage war es leider nicht möglich, die Abendveranstaltung öffentlich zu bewerben. Umso erfreulicher war es, dass dennoch zahlreiche Interessierte den Weg fanden und die Veranstaltung auf große Resonanz stieß.

In angenehmer und offener Atmosphäre gewährte Daniel Aschheim vielfältige Einblicke in seine Arbeit sowie in aktuelle politische Entwicklungen und persönliche Erfahrungen. Die Kombination aus fachlichem Input und direktem Austausch machte den Abend zu einer besonders wertvollen Erfahrung für alle Anwesenden. Wir sind sehr dankbar, dass diese Begegnung trotz der besonderen Umstände stattfinden konnte, und nehmen viele inspirierende Eindrücke sowie den wichtigen Impuls zur Zusammenarbeit aus diesem gelungenen Abend mit.

Am folgenden Tag besuchte Dr. Aschheim das Max-Windmüller-Gymnasium und kam dort mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 und 12 ins Gespräch. Dort berichtete Aschheim von seiner Arbeit im diplomatischen Dienst, die ihn zunächst nach Afrika führte: Zwei Jahre diente er im Senegal – eine besondere Herausforderung, vor allem wegen der Sprache. Nur vier Wochen Französischkurs mussten reichen, bevor es nach Dakar ging. Nach weiteren drei Jahren folgte mit Chicago die erste Wunschstation, bevor es im vergangenen Sommer nach Berlin ging – ein Ort, der ihm angesichts der Wichtigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen ebenso am Herzen liegt wie aus familiären Gründen: „Meine Großmutter war Berlinerin und lebte dort in der siebten Generation.“

Im Laufe des Gespräches ging es natürlich auch um die aktuelle Situation in Israel. Aschheim erläuterte dabei ausführlich, wie schwierig die Situation seit dem 7. Oktober 2023 ist, dem Tag des Angriffs der Terrororganisation Hamas. Seitdem befinde sich Israel in einem Krieg, der hoffentlich bald ende. Zudem drehte sich das Gespräch um den zunehmenden Antisemitismus sowie die deutsch-israelischen Beziehungen. Besonders am Herzen liegt Aschheim der Austausch zwischen jungen Menschen beider Länder und so äußerte er zum Schluss einen besonderen Wunsch: „Ich hoffe, dass wir uns bald wieder treffen – in Israel!“





