Spannender Vortrag über Exodus-Lager am Max

Inzwischen ist die Irrfahrt der Exodus schon fast eine Legende: Nachdem das mit knapp 4500 jüdischen Flüchtlingen bemannte Schiff endlich Palästina erreicht hatte, wurden den Passagieren im Hafen von Haifa die Einreise verweigert. Stattdessen wurden die Menschen, die den Holocaust überlebt hatten, mit den drei Gefängnisschiffen Ocean Vigour, Empire Rival und Runnymede Park zurück nach Europa geschickt. Gegen ihren Willen wurden die Flüchtlinge nach Hamburg transportiert, von den Schiffen geholt und in Displaced Persons-Camps bei Lübeck gebracht. Angesichts des herannahenden Winters konnten die Menschen jedoch nicht in den notdürftigen Nissenhütten der Lager Am Stau und Pöppendorf bleiben.  Deshalb wurde beschlossen 2500 Juden in Emden einzuquartieren, während 2000 weitere Flüchtlinge nach Sengwarden gebracht wurden.

Von dieser Zeit berichtete am Donnerstag Zippy Portnoy im Max, die nach ihrer Geburt im DP-Camp in Lübeck ihre ersten Lebensmonate in Emden verbracht hat. „Mein Leben beginnt mit der Exodus“, erzählte Portnoy den Schülerinnen und Schülern des 12. Jahrganges, „von der Zeit davor haben meine Eltern mir nie etwas erzählt.“

Von November 1947 bis August 1948 beherbergte die ehemalige Kaserne die Exodus-Flüchtlinge, die trotz der erlittenen Qualen nicht den Glauben an eine Ausreise nach Palästina verloren hatten. In Emden bereiteten sie sich auf ein neues Leben vor: Sie erlernten Berufe und organisierten Schulunterricht, um vorbereitet zu sein. Mit der Staatsgründung Israels zeichnete sich ein Ende des Camps in der Kaserne ab: Ein großer Teil der Flüchtlinge wanderte in den neuen Staat aus, darunter auch Zippys Eltern: Gemeinsam reisten sie am 15.Mai 1948, einen Tag nach der Proklamation Israels, ein.

 

 

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