Als Stipendiat in den USA – Tom berichtet

Ein Jahr in den USA: Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP) hat sich Tom Nieland erfolgreich um ein Stipendium beworben und damit die Chance erhalten, ein Auslandsjahr in Amerika zu verbringen. Inzwischen sind die ersten Monate vorüber, wie Tom berichtet:

Tom vor dem United States Capitol in Washington, D.C.

Hier in den USA geht es mir wirklich super, ich habe mein Placement in Portland, Oregon. Ich lebe hier zusammen mit einer wunderbaren (Gast)Familie zusammen, die so unglaublich viel mit mir macht, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.
Mein Gastvater Dave und mein Gastbruder Connor(11) sind mit mir zusammen vor Thanksgiving nach Santa Rosa in Kalifornien gefahren und wir haben Daves Familie dort besucht. Dort habe ich Redwood Trees gesehen und außerdem sind wir an einem Tag auch noch nach San Francisco gefahren, welches nur eine Stunde weiter weg ist.

Die höchsten Bäume der Welt: Redwood Mammutbäume.

Nachdem wir dann hier ein, wenn auch nicht traditionelles, da meine Gastfamilie vegetarisch ist, schönes Thanksgiving hatten sind wir für ein Wochenende an die Küste von Oregon gefahren und die Sonnenuntergänge dort waren wirklich unglaublich.

Kürbisse zu Halloween.

Auch meine High School ist wirklich Klasse, Benson Polytechnic High School und da sie erst vor einen Jahr fertig renoviert wurden, ist sie momentan die wohl modernste Schule in ganz Portland und hat sogar ihre eigene Radiostation. An meiner Schule kann man sich einen Major wählen, wie zum Beispiel Construction, Woodworking, Manufacturing, Health occupation oder, wie ich es getan habe, Digital Media Production. Zusätzlich zu meinen „normalen“ Klassen also habe ich noch Video Production und Graphic Design.
In meiner Video Production Klasse sind wir zu der Oregon Humane Society, ein großes und sehr ehrenwertes Tierheim, gefahren und haben dort Werbespots für dieses gefilmt.
Zufälligerweise gab es dort auch jemanden, der deutsch sprechen konnte, sodass ich nun ab Januar die Chance habe, dort ehrenamtlich zu arbeiten. In meiner Graphic Design Klasse durften wir in letzten Quartal unsere eigenen Müsli-Packungen entwerfen, was auch ziemlich kreativ war.

Die Skyline von Portland mit den Willamette River.

Auch wenn das amerikanische Schulsystem wirklich unglaublich einfach ist und ich eigentlich nur A’s habe, so finde ich doch, dass meine Personal Finance Klasse hier wirklich sehr praktisch ist und mir Dinge beigebracht hat, die so wahrscheinlich eher nicht auf dem deutschen Lehrplan stehen. Wir haben etwas über das Investieren in Aktien gelernt oder wie man ein Haus kaufen kann. Das sind definitiv Dinge, die mir in der Zukunft noch helfen werden.

Tom mit den anderen Stipendiaten des Congress-Bundestag Youth Exchange – oder des Parlamentarischen Patenschafts-Programms, wie es auf Deutsch heißt.

Im Zuge meines Stipendiums hatte ich letzte Woche die Chance von Sonntag bis Donnerstag in Washington D.C. zu sein und Deutschland dort als Junior-Botschafter zu vertreten. Im Zuge dessen habe ich mich zum Beispiel im U.S. Capitol mit Senator Jeff Merkley aus Oregon getroffen und hatte die Chance, ihm einige Fragen zu stellen.

Von Emden nach Portland: Tom bringt ein paar Grundlagen über Deutschland in die USA – natürlich inklusive des unaussprechlichen Wortes „Eichhörnchen“.

Jetzt bald steht Weihnachten vor der Tür und alle hier sind schon sehr aufgeregt. Da die Mutter meiner Gastmutter Andrea Deutsch ist, haben wir hier auch Nikolaus gefeiert und haben einen selbstgemachten Adventskalender. Außerdem muss ich nicht einmal deutsches Brot vermissen, da Andrea immer selbst Brot backt. Über Silvester fliegen wir nach Boston an die Ostküste und dann beginnt auch schon die Halbzeit meiner Auslandaufenthalt, der mich wirklich unglaublich prägt.