Erfolgreicher Auftakt für neuen Austausch mit Israel

Beinahe hätten die Schüler:innen der Democratic School im israelischen Modi’in und des Max-Windmüller-Gymnasiums die Hoffnung verloren: Insgesamt viermal mussten pandemiebedingt Austauschbegegnungen beider Schulen abgesagt werden – doch jetzt hat es endlich geklappt: Vom 19. – 23. Mai waren erstmals zehn Schüler:innen aus Israel zu Gast am Max. In Begleitung ihrer Lehrerinnen Dafna Cohen und Nina Leizarovich und ihres Schulleiter Yaron Harnik besuchte die Gruppe gemeinsam mit ihren Partnern vom Max neben Borkum auch Hamburg und das Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Teambuilding auf Borkum

Ein intensives Programm, das ganz im Sinne des gemeinsamen Projektes „Keep the memory alive!“ stand: So besuchten die Schüler:innen in der Hansestadt die Jüdische Schule Hamburgs, die ebenso wie der benachbarte Platz den Namen Joseph Carlebachs trägt, den letzten Rabbiner der Bornplatz-Synagoge. Für Dafna Cohen ein besonderer Besuch: Als Urenkelin Carlebachs interessierte sie sich besonders für den Wiederaufbau der Synagoge, der jüngst beschlossen wurde.

Dafna Cohen in der Jüdischen Schule in Hamburg mit ihrem Urgroßvater

Nicht minder emotional wurde es am Sonnabend: Gemeinsam besuchte die Gruppe das ehemalige KZ Bergen-Belsen. Begleitet wurden die Schüler:innen dabei von Albrecht Weinberg, der nach seiner Haftzeit von 1943 in Auschwitz-Monowitz und Mittelbau-Dora im April 1945 in Bergen-Belsen mehr tot als lebendig befreit worden war. Vor Ort erzählte der 97jährige seine Geschichte und nahm gemeinsam mit den israelischen und deutschen Schüler:innen an einer Gedenkzeremonie am jüdischen Mahnmal der Gedenkstätte teil, wo er gemeinsam mit den israelischen Schüler:innen das Kaddisch, das traditionelle jüdische Totengebet, sprach.

Sprach mit den israelischen Schüler:innen das Kaddisch in Bergen-Belsen: Albrecht Weinberg

Eine außergewöhnliche Begegnung, die ganz im Sinne des Projektes stattgefunden hat: Angesichts der nur noch absehbaren Zeitspanne, in der Überlebende berichten können, wird die Frage der zukünftigen Erinnerung an den Holocaust immer zentraler – und zwar in Deutschland und Israel. Aus diesem Grund arbeiten die Schüler:innen aus Modi’in und Emden seit bald zwei Jahren gemeinsam an Projekten, um neue Formen des Erinnerns zu entwickeln. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei das gegenseitige Kennenlernen der israelischen und deutschen Schüler:innen: Trotz der nur sehr kurzen Zeit in Emden – in Israel finden gerade Abschlussprüfungen statt, wuchs die Austauschgruppe innerhalb kürzester Zeit zusammen, wie auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff feststellen konnte. In herzlicher Atmosphäre beim Empfang im Rummel posierte Emdens Stadtoberhaupt für Selfies und tanzte gemeinsam mit Schulleiter Yaron Harnik für ein TikTok-Video der Schüler:innen.

Gruppenfoto kurz vor der Heimreise nach Israel

Bereits Anfang Juni findet der Gegenbesuch in Israel statt: vom 8.- 19. Juni besuchen die Max-Gruppe ihre Austauschpartner im Heiligen Land!