Zweitzeugen am Max – Erinnerungen für die Zukunft bewahren

Die 5a befasste sich mit der Geschichte von Eva Weyl…

Seit vielen Jahren berichten Eva Weyl und Leon Weintraub unermüdlich auf Tagungen, Kongressen und vor allem an Schulen von ihrer Lebensgeschichte. Beide haben den Holocaust überlebt und teilen ihre Erfahrungen bis heute mit zahlreichen Menschen – insbesondere mit Kindern und Jugendlichen. Trotz ihres hohen Alters, Eva Weyl ist inzwischen 90 Jahre alt und Leon Weintraub durfte am 1. Januar dieses Jahres sogar seinen 100. Geburtstag feiern, sind sie weiterhin engagiert unterwegs, um ihre Geschichte an die nächste Generation weiterzugeben.

… und ab jetzt sind die Schülerinnen und Schüler ZweitZeugen.

So beeindruckend ihre Kraft und ihr Einsatz auch sind, ist doch absehbar, dass diese besonderen Zeitzeugen ihre Erlebnisse nicht ewig selbst erzählen können. Umso wichtiger ist es, Wege zu finden, ihre Überlebensgeschichten auch in Zukunft lebendig zu halten.

Rebecca Reusch erzählte die unglaubliche Geschichte von Leon Weintraub.

Genau hier setzt ein besonderes Projekt des Max-Windmüller-Gymnasiums an: In Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Zweitzeugen e.V. wurden junge „Zweitzeugen“ ausgebildet, die die Geschichten von Eva Weyl und Leon Weintraub weitertragen können. Grundlage der Arbeit des Vereins ist das bekannte Zitat des Holocaustüberlebenden und Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel: „Jeder, der heute einem Zeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.“

ZweitZeugen für Leon Weintraub – die 5c.

Einen ganzen Schultag lang setzten sich die Schülerinnen der Klassen 5a und 5c intensiv mit den Lebenswegen der beiden Überlebenden auseinander und lernten dabei viel über die Situation der jüdischen Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Ziel war es nicht nur, historisches Wissen zu vermitteln, sondern auch Verantwortung für das Weitererzählen dieser Geschichten zu übernehmen. Im Rahmen spannender Workshops, die in diesem Jahr von Rebecca Reusch und Christoph Zeevaert durchgeführt wurde, schrieben die Schülerinnen und Schüler am Ende persönliche Briefe an Eva Weyl und Leon Weintraub. Über diese Post, so versicherten die Workshopleitenden, freuen sich die beiden Zeitzeugen jedes Mal ganz besonders.

ZweitZeugin Leentje mit einem Bild zum Workshop.

Das Projekt konnte auch in diesem Jahr dank der freundlichen Unterstützung der Ostfriesischen Volksbank sowie des Fördervereins des Max-Windmüller-Gymnasiums realisiert werden – herzlichen Dank!

Witterungsbedingt mussten die geplanten Workshops für die Klassen 5b und 5d leider entfallen. Diese sollen jedoch nach Möglichkeit noch im Laufe dieses Schuljahres nachgeholt werden.