Gedenken zum 6. September 1944

Am Sonntag fand anlässlich des 82. Jahrestages der Zerstörung der Stadt Emden die traditionelle Gedenkfeier in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek statt. Am 6. September 1944 wurde die Stadt Emden durch ein nur etwa 20-minütiges Bombardement insbesondere im Innenstadtbereich nahezu vollständig zerstört. „Der Krieg kehrte damals zurück nach Deutschland“, machte Tim Kruithoff in seiner Ansprache deutlich. Zugleich betonte er, dass an einem solchen Gedenktag immer auch die Ursachen dieses Krieges bedacht werden müssten.

Kruithoff erinnerte zudem daran, dass bereits lange vor der Zerstörung Emdens zahlreiche Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft zu beklagen waren. Dazu gehörten insbesondere die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Emdens, die verfolgt, vertrieben und deportiert wurden. Ebenso müsse der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie der vielen weiteren Menschen gedacht werden, die während der NS-Zeit verfolgt und entrechtet wurden.

Im Anschluss an die Gedenkfeier fand ein Podiumsgespräch statt. Daran nahmen Roswitha Franke vom Bunkermuseum Emden, Thomas Sprengelmeier vom Arbeitskreis Stolpersteine und Lea Gerdhabing, stellvertretende Schülersprecherin des Max-Windmüller-Gymnasiums, teil. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Erinnerungskultur in Emden auch in Zukunft gestaltet und lebendig gehalten werden kann – eine wichtige Frage, zu der auch Lea ihre Gedanken und Perspektiven als Vertreterin der jüngeren Generation einbringen konnte. Sie plädierte für eine aktive Auseinandersetzung und regte den Besuch historischer Stätten an. Insbesondere Orte wie ehemalige Konzentrationslager seien wichtig für ein Verständnis der Geschichte.