
„Klimagerechtigkeit – Globales Lernen, BNE, Klima- und Demokratiebildung zusammen denken“ – unter diesem Motto stand in der vergangenen Woche eine große Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum. In Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium waren verschiedene Akteur:innen eingeladen, die sich mit dem Thema Klimagerechtigkeit auseinandersetzen.

Der Klimarat als Beispiel für Partizipation
Zu den Referent:innen gehörte auch eine Delegation des Klimarates des Max-Windmüller-Gymnasiums. Auf Einladung der Bildungsstätte und des Kultusministeriums gaben die Schüler:innen einen Workshop, bei dem sie ihre Arbeit als Beispiel für Partizipation präsentierten. Riemke, Carlotta, Lale und Rieke gaben dabei zunächst Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Arbeitsweise dieses Gremiums und leiteten anschließend eine Arbeitsphase, in der die Teilnehmer:innen eigene Erfahrungen, Ideen und Wünsche thematisieren konnten.

Im Anschluss daran gab Michael Danner, der im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation arbeitet, zusätzlich einen Einblick in seine Expertise hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Klimaschutzinstitutionen und Kommunen. Im Rahmen des Workshops, an dem Lehrer:innen verschiedener Schulen sowie weitere Multiplikator:innen und Vertreter:innen aus Bildungseinrichtungen teilnahmen, wurde deutlich, dass das Beispiel des Klimarates inspirierend wirkt: Zahlreiche Fragen zu Problemen, Erfolgen oder zur eigenen Motivation wurden im Anschluss ebenso gestellt wie zur Gründung eines eigenen Klimarates.

Der Klimarat im Film
Ein weiteres Highlight der Tagung war die Präsentation des Films „Challenge accepted! Klimagerechtigkeit. Niedersachsens Schulen übernehmen Verantwortung“. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Tilman-Riemenschneider-Gymnasiums aus Osterode und der Adolf-Grimme-Gesamtschule aus Goslar wurde darin auch die Arbeit des Klimarates als Beispiel für Partizipation vorgestellt. Im Rahmen der Tagung fand die Uraufführung des Films statt – ein tolles Erlebnis für die mitgereisten Klimarätinnen und Klimaräte.

Zudem gab es im Rahmen der Veranstaltung spannende Workshops, an denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilnehmen konnten. Welche Eindrücke sie dabei gewonnen haben und was sie aus den Workshops mitgenommen haben, berichten Isabella Senne und Jonathan Eversr in ihren persönlichen Erfahrungsberichten.
Isabella Senne berichtet über ihren Workshop zum Thema „Globale Gerechtigkeit“
Das Thema unseres Workshops war globale Gerechtigkeit. Dabei haben wir uns damit beschäftigt, was für ein gutes Leben notwendig ist.Zu Beginn ging es um verschiedene Methoden zum guten Leben. Wir lernten unter anderem die Betzavta-Methode kennen. Außerdem beschäftigten wir uns mit einer Methode zum guten Leben sowie mit dem Konzept „Gutes Leben / Buen Vivir“.Danach setzten wir uns mit der Frage „Was ist gerecht?“ auseinander. Wir überlegten, wie man Gerechtigkeit definieren kann und versuchten dann in kleinen Gruppen eine gemeinsame Definition zu finden. Dabei wurde deutlich, dass es viele verschiedene Denkansätze zum Thema Gerechtigkeit gibt.Anschließend beschäftigten wir uns mit der Frage „Wer hat Macht?“. Wir sprachen darüber, welche Personen oder Gruppen Macht besitzen und wie diese Macht verteilt ist. Dabei sind wir so vorgegangen, dass wir Bilder von Verschiedenen Personen und Personengruppen je nach dem wie viel Macht und Einfluss sie im Bezug auf Klimawandel und Klimagerechtigkeit haben, der Reihe nach geordnet haben. Dabei ist klar geworden, dass unteranderem auch Geld und Bekanntheit eine wichtige Rolle spielen, aber auch größere Gruppen, durch ihre Mehrheit etwas bewirken können.Insgesamt war der Workshop interessant, weil wir uns mit verschiedenen Perspektiven auf globale Gerechtigkeit beschäftigt haben. Wir konnten dabei über ein gerechtes Zusammenleben und unsere eigene Rolle in diesem Thema sprechen.

Jonathan Evers berichtet vom Workshop „Koloniale Kontinuitäten und Klimagerechtigkeit: Das Dinner – ein dekoloniales Tischgespräch“
Mein Workshop in Loccum beschäftigte sich mit den Zusammenhängen zwischen Kolonialismus, globaler Wirtschaft, Konsum und der heutigen Klimakrise. Dabei wurden koloniale Folgen wie Ausbeutung, wirtschaftliche Machtstrukturen und weitergegebene
Traumata thematisiert. Bei „The Dinner“, einem großen Plakat, bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Überblick und können anschließend einzelne Themen genauer entdecken. Wichtige Begriffe sind Lücken, Schmerzen, Wirtschaft, Wandel und Konsum. Der Workshop zeigt außerdem, dass die Klimakrise alle betrifft und neue Herausforderungen wie Klimaflucht entstehen. Die Jugendlichen sollen dabei nicht nur zuhören, sondern als Suchende und Lernende gemeinsam Fragen stellen und über die Zukunft nachdenken.

Insgesamt war es eine gewinnbringende Tagung – wir danken der Evangelischen Akademie Loccum und dem Niedersächsischen Kultusministerium für die Möglichkeit, unsere Arbeit dort präsentieren zu dürfen.





