ERASMUS+-Projekt mit dem NLQ- Freyja, Freya, Rieke und Lea berichten

Anflug auf Istanbul

Am Sonntag begann unsere Reise in die Türkei. Morgens fuhren wir mit dem Zug von Emden zum Flughafen mach Bremen. Dort trafen wir bereits auf weitere Gruppen, die ebenfalls an dem Projekt teilnahmen. Von Bremen aus flogen wir zunächst etwa drei Stunden nach Istanbul. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es mit einem weiteren Flug von einer Stunde nach Izmir. Dort angekommen, fuhren wir mit Kleinbussen noch etwa drei Stunden bis nach Balıkesir. Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel.

Der neue Flughafen in Istanbul bot beim Umstieg zum Anschlussflug Gelegenheit für ein kleines Cardio-Training – die Wegstrecken dürften den Erwerb der Ausdauerleistung des Sportabzeichens rechtfertigen.

Am Montagmorgen kamen wir um 9 Uhr an unserer türkischen Partnerschule an. Dort wurden wir von den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften herzlich empfangen.
Während unsere Lehrer sich zunächst mit dem Schulleiter austauschten, gingen wir Schülerinnen und Schüler in die Kantine. Dort lernten wir die türkischen Teilnehmenden bereits näher kennen. Sie boten uns türkischen Tee, den sogenannten Çay, und verschiedene türkische Süßigkeiten an.

Kennenlernspiele in der Sporthalle

Anschließend gingen wir gemeinsam mit dem türkischen Lehrer Yusuf Bozkurt in die Sporthalle, wo verschiedene Kennenlernspiele stattfanden. Dafür wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und mussten uns innerhalb unserer Gruppen nach bestimmten Kriterien sortieren, beispielsweise nach unserem Geburtstag oder alphabetisch nach Vor- und Nachnamen. Dabei war vor allem Zusammenarbeit und Kommunikation gefragt.

Empfang der Vertreter der Schulen aus Braunschweig, Osterholz-Scharmbek, Buxtehude und vom Max beim Schulleiter.

Danach bildeten wir kleinere Gruppen aus jeweils zwei deutschen und zwei türkischen Schülern. Unsere Aufgabe war es, uns gegenseitig Wörter aus unseren Sprachen beizubringen. Dabei beschäftigten wir uns sowohl mit Wörtern, die sich im Deutschen und Türkischen stark unterscheiden, als auch mit solchen, deren Aussprache besonders schwierig war. Jede Gruppe sammelte zehn Wörter und übte, diese in der jeweils anderen Sprache auszusprechen. Anschließend stellten wir unsere Ergebnisse vor. Dabei wurde viel gelacht, da einige Wörter für die jeweils andere Gruppe gar nicht so einfach auszusprechen waren. Gleichzeitig war es interessant zu sehen, wie unterschiedlich unsere Sprachen sind und welche Schwierigkeiten beim Erlernen entstehen können.

„Ayakkabı?“, „Eichhörnchen?“ – der deutsch-türkische Sprachaustausch sorgte schon einmal für ein Basisvokabular, mit dem es sich weiterarbeiten lässt.

In der anschließenden Pause nutzten wir die Gelegenheit, uns weiter mit den türkischen Schülern auszutauschen. Auch mit Jugendlichen, die nicht direkt am Erasmus-Projekt beteiligt waren, kamen wir ins Gespräch. Außerdem zeigten wir unsere Gastgeschenke aus Deutschland, zu denen unter anderem Marzipan und Gummibärchen gehörten. Viele probierten die Süßigkeiten und wir konnten miteinander ins Gespräch kommen.

Jeden Tag frisch gekochte Gerichte – die Mensa der Schule.

Nach der Pause gingen wir gemeinsam in die Kantine und aßen dort zu Mittag. Danach nahmen wir an einem Keramik-Workshop teil. Dabei konnten wir verschiedene Keramikstücke mit unterschiedlichen Farben und Mustern gestalten. Die meisten von uns entschieden sich dafür, einen Teller zu bemalen. Türkische Frauen erklärten uns die Gestaltungsmöglichkeiten und unterstützten uns während des gesamten Workshops. Auch die türkischen Schülerinnen und Schüler halfen uns bei Fragen. Das Bemalen machte uns viel Spaß und bot uns die Möglichkeit, eine kreative Tätigkeit kennenzulernen, die einen Einblick in das Kunsthandwerk der Region gab. Zum Abschluss machten wir gemeinsam ein Foto mit unseren fertigen Kunstwerken.

Hochkonzentriert beim Keramikworkshop – die Max-Delegation entdeckte neue Talente.

Am Nachmittag verbrachten wir unsere Freizeit mit einigen türkischen Schülerinnen und Schülern, mit denen wir uns bereits gut verstanden hatten. Gemeinsam gingen wir durch die Stadt und aßen anschließend etwas. Dabei unterhielten wir uns ausführlich über die Unterschiede zwischen Deutschland und der Türkei. Besonders interessant waren unsere Gespräche über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie über Politik und Religion. Außerdem besuchten wir einige Supermärkte, in denen uns die türkischen Jugendlichen Produkte zeigten, die wir aus Deutschland nicht kannten. Dadurch konnten wir unseren Alltag miteinander vergleichen und mehr über das Leben im jeweils anderen Land erfahren.

Lebendige Innenstadt – Einkaufsstraße in Balikesir.

Am Abend verabschiedeten wir uns von unseren neuen Bekanntschaften und gingen zurück zum Hotel. Später waren wir gemeinsam mit unseren Lehrkräften in der Stadt essen und ließen den ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen. Insgesamt war es ein gelungener erster Tag, an dem wir viele neue Menschen kennenlernten, interessante Einblicke in die türkische Kultur erhielten und bereits erste Freundschaften knüpfen konnten.

Präsentation der Ergebnisse: Freyja, Rieke und Lea.

Am Dienstag begann unser Tag um 9 Uhr an der türkischen Schule. Zu Beginn hielt jede Schule eine kurze Präsentation über ihre Projekte und ihre Heimatstadt. Anschließend fand ein Workshop statt, bei dem wir uns in Kleingruppen aufteilten und gemeinsam mit den türkischen Schülerinnen, mit denen wir uns bereits am Vortag gut verstanden und zusammengearbeitet hatten, ein Projekt zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) entwickelten. Dabei beschäftigten wir uns insbesondere mit den Themen Geschlechtergerechtigkeit und weniger Ungleichheiten.

Die Mittagspause nutzten wir, um gemeinsam mit den türkischen Schülerinnen aus unserer Gruppe essen zu gehen und uns noch besser kennenzulernen. Dabei konnten wir unsere Gespräche vertiefen und mehr über ihren Alltag und ihre Kultur erfahren.

Balikesir bei Nacht

Anschließend fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Balıkesir, wo eine Foto-Rallye auf uns wartete. Die türkischen Schülerinnen zeigten uns dabei nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus, den Bahnhof, bedeutende Statuen und die Moschee, sondern auch ihre Lieblingsgeschäfte und persönliche Empfehlungen. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, türkische Spezialitäten wie beispielsweise Baklava zu probieren.

Nach einer kurzen Pause im Hotel gingen wir gemeinsam mit Herrn Gembler und Herrn Buurmann in einem Restaurant essen und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Besuch in Pergamon: Nach dem Asklepion ging es zur im Hintergrund zu sehenden Akropolis.

Am Mittwoch machten wir einen längeren Ausflug nach Pergamon. Wir fuhren früh morgens mit dem Bus los und kamen erst spät am Abend wieder zurück. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden, sodass wir den ganzen Tag unterwegs waren.

In Pergamon besichtigten wir die Überreste der antiken Stadt, die heute in der Nähe der türkischen Stadt Bergama liegt. Früher war Pergamon eine bedeutende Stadt und ein wichtiges Zentrum für Politik, Kultur und Wissenschaft. Auf dem Berg befanden sich unter anderem Tempel, Paläste und Wohngebäude. Vor allem wohlhabende Menschen und die Herrscherfamilie lebten in diesem Teil der Stadt.

Das Amphittheater des Asklepion – perfekt für ein Gruppenfoto.

Ein besonderes Bauwerk war die berühmte Bibliothek von Pergamon. Sie gehörte zu den bedeutendsten Bibliotheken der Antike und soll ungefähr 200.000 Schriftrollen umfasst haben. Neben den Gebäuden der Akropolis erfuhren wir auch etwas über das Asklepieion. Dabei handelt es sich um ein antikes Heilzentrum, in dem kranke Menschen mit verschiedenen Methoden behandelt wurden. Es war interessant zu sehen, welche Bedeutung Medizin und Heilung bereits vor mehreren tausend Jahren hatten.

Ich fand es beeindruckend, wie viel von der antiken Stadt noch heute erhalten ist. Durch die Ruinen konnte man sich besser vorstellen, wie die Menschen früher gelebt haben und wie bedeutend Pergamon damals gewesen sein muss.

Am Strand von Ayvalik – im Hintergrund das griechische Lesbos.

Nach diesem langen Ausflug ging es für uns in Richtung Sarımsaklı. Dort befindet sich ein langer Sandstrand an der Ägäisküste. Nach dem informationsreichen Tag war es schön, am Meer zu sein und den Strand zu genießen.

Insgesamt war es ein erlebnisreicher und anstrengender Tag, an dem wir viel über die Geschichte der Türkei erfahren und gleichzeitig die Umgebung besser kennengelernt haben.

SDG-Workshop mit den türkischen Partnern.

Am Donnerstag ging es für uns erneut in die türkische Partnerschule.
Dort haben wir zuerst unsere erarbeiteten Projekte von Dienstag vorgestellt und anschließend einen weiteren Workshop begonnen.
Hierfür wurden wir in Gruppen eingeteilt und haben dann das Auftreten vom Thema Demokratie in verschiedenen Situationen genauer behandelt.

Gruppenfoto mit Atatürk vor dem Schulportal

Anschließend ging es für uns alle zu einer Wissenschaftsmesse der Schule, bei welcher wir die Möglichkeit hatten Versuche zum Thema Informatik aber auch zum Thema Biologie oder zum Beispiel Physik, anzuschauen und sogar selber an diesen teilzunehmen.
Gegen Abend gab es Freizeit in der die letzte Zeit mit den türkischen Schülerinnen und Schülern genossen wurde, woraufhin der Abend mit einem gemeinsamen Abendessen ausklang.

Weithin sichtbar – die große Moschee von Balikesir.

Am Freitag ging es für uns dann nach einer tollen Woche, mit vielen gewonnenen Erinnerungen, wieder nach Hause.
Nachdem es morgens wieder früh mit dem Bus zum Flughafen ging, wurden die letzten Stunden mit Gesprächen und Spielen, auch mit den anderen Schülerinnen und Schülern aus Deutschland, verbracht, bevor wir uns schließlich auch von diesen verabschieden mussten.