
Gedenken an den 23. Oktober 1941: Als an diesem Tag vor 85 Jahren die letzten 122 Jüdinnen und Juden aus Emden deportiert wurden, endeten über 400 Jahre jüdischen Lebens in der Seehafenstadt. Vom Emder Bahnhof aus wurden die Bewohner des jüdischen Altenheimes in der Claas-Tholen-Straße in das besetzte Polen verschleppt und dort in das Ghetto Litzmannstadt, das polnische Łódź, interniert, bevor sie später in Vernichtungslagern ermordet wurden. Einen Tag zuvor waren bereits 23 Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Omnibus nach Varel gebracht worden, die im dortigen Altenheim bis 1942 lebten. Anschließend kamen diese Emder zunächst in das Ghetto Theresienstadt, um anschließend in Auschwitz ermordet zu werden.
Anlässlich des 85. Jahrestages der letzten Deportation der Emder Juden lädt die Max-Windmüller-Gesellschaft gemeinsam mit der Projektgruppe „Keep the Memory Alive“ des Max-Windmüller-Gymnasiums am Freitag. den 23. Oktober 2026 um 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz des Emder Hauptbahnhofs ein.
Im Anschluss daran findet am selben Tag um 18.30 Uhr in der Pausenhalle des Max-Windmüller-Gymnasiums eine Lesung ausgewählter Passagen aus den Briefen von Louis und Betty Wolff statt.
Louis Wolf, Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Emden, leitete gemeinsam mit seiner Frau Betty das Israelitische Altenheim in der Claas-Tholen-Straße. Dem Ehepaar Wolff war es gelungen, seine Kinder rechtzeitig ins Ausland zu schaffen, darunter auch den erst dreijährigen Hans Wolff, der bei den Ericssons, einer Pflegefamilie in Schweden, untergebracht wurde. Mit zahlreichen Briefen versuchten Louis und Betty Wolf, den Kontakt zu Hans und seinen Pflegeeltern aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig die Zunahme der Repressalien in Deutschland erleben mussten.
Aus diesen Briefen lesen die Schülerinnen Freyja Hüsing, Mara Bloempott, Leni Reinders, Lea Gerdhabing und Deike Miege aus der Projektgruppe „Keep the Memory Alive“. Sie geben damit Einblicke in die Sorgen, Hoffnungen und Ängste einer Familie, die durch Verfolgung und Flucht auseinandergerissen wurde.
In Kürze:
17.00 Uhr | Gedenkveranstaltung
Bahnhofsvorplatz des Emder Hauptbahnhofs
Gedenken an die vor 85 Jahren deportierten Jüdinnen und Juden aus Emden
18.30 Uhr | Lesung aus den Briefen von Louis und Betty Wolff
Pausenhalle des Max-Windmüller-Gymnasiums mit Schülerinnen der Projektgruppe „Keep the Memory Alive“
Eintritt frei





