
Einen besonderen Besuch gab es am Dienstag am Max-Windmüller-Gymnasium: Prof. Dr. Uwe Schneidewind war zu Gast im Klimarat. Schneidewind war unter anderem Präsident der Universität Oldenburg und leitete anschließend zehn Jahre lang das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, bevor er 2020 zum Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal gewählt wurde. Seine Amtszeit endete 2025, da er sich entschlossen hatte, nicht erneut für das Amt zu kandidieren.

Die besondere Biografie Schneidewinds, der sowohl die Seite der Wissenschaft wie auch die der Politik kennt, sorgte dafür, dass der Klimarat seinem Wissen besonders profitieren konnte. Nach einer Vorstellung der Arbeit der vergangenen Jahre des 2018 gegründeten Gremiums sprachen die Schüler:innen mit Schneidewind über Klimaschutz, konkrete Maßnahmen und deren Umsetzung.
Schneidewind betonte, dass er zu einer Zeit zum Oberbürgermeister gewählt worden sei, in der sich die Klimabewegung auf einem Höhepunkt befunden habe – eine Phase, die heute angesichts der vielen Widerstände gegen den Klimaschutz und dessen Umsetzung fast vergessen scheint. Heute sei vieles schwieriger als damals, denn das gesellschaftliche Klima habe sich geändert. Schneidewind berichtete davon, warum Projekte manchmal scheitern, obwohl sie sinnvoll sind, und hob hervor, dass dabei häufig politische Einzelinteressen eine Rolle spielten: „In der Politik findet man jede Menge Leute, die einem sagen, warum etwas nicht geht.“

Im Verlauf des Gesprächs gab Schneidewind konkrete Hinweise für eine erfolgreiche Arbeit. So warb er dafür, eine möglichst breite Beteiligung zu erreichen und neben der Zivilgesellschaft auch Politik, Verwaltung und Wirtschaft mitzunehmen, um Menschen zu gewinnen, die Projekte unterstützen – also ganz ähnlich vorzugehen wie der Klimarat es tut. Schneidewind zeigte sich beeindruckt von dessen Arbeit und riet den Schüler:innen, sich nicht entmutigen zu lassen und mit Hartnäckigkeit weiterzumachen. Der Klimarat habe für ihn den Charakter eines „Trainingscamps“. Hier merke man: „Da geht was!“ Und das motiviere fürs Leben. „Erhaltet euch das!“, gab er den Schülerinnen und Schülern als Ratschlag mit auf den Weg.

Schneidewinds Besuch fand im Rahmen des Emder Vortrags der Hochschule Emden/Leer statt, den der Forscher am Abend in der Johannes à Lasco Bibliothek hielt. Auch dort sprach er noch einmal über seine Erfahrungen als Oberbürgermeister und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Projekten im Rahmen der notwendigen Transformation. Dabei nannte er den Klimarat des Max-Windmüller-Gymnasiums als positives Beispiel, das ihm Mut mache. Eine „Insel des Gelingens“ habe er am Max gesehen, so Schneidewind.

Ein interessantes Gespräch mit vielen Einblicken in die Arbeit von Politik und Verwaltung und wertvollen Impulsen für die weitere Arbeit des Klimarates – herzlichen Dank für den Besuch am Max!





