„Kuss für Hansi“ – Berührende Lesung aus den Briefen der Familie Wolff

Eindrucksvolle Lesung aus den Briefen der Familie Wolff (links) an die Ericssons, die den kleinen Hans bei sich aufnahmen. Deike Miege las ebenso wie…

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung am Bahnhof thematisierte die Projektgruppe „Keep the Memory Alive!“ am Max-Windmüller-Gymnasium anhand der Biografie der Familie Wolff exemplarisch die Folgen des nationalsozialistischen Terrors. Nach der Reichspogromnacht 1938 war Betty und Louis Wolff klar, dass ihre Familie keine Zukunft mehr in Deutschland hatte. In letzter Minute gelang es ihnen, ihren Kindern zur Emigration ins Ausland zu verhelfen. Ihr fünfjähriger Sohn Hans Wolff kam nach Schweden und lebte fortan bei der Familie Ericsson, die den kleinen Jungen liebevoll bei sich aufnahm.

… Freyja Hüsing, die zudem für die musikalische Gestaltung des Abends sorgte.

Ein Wiedersehen mit seinen Eltern gab es nicht: Betty und Louis Wolff gelang trotz unzähliger Versuche die Auswanderung in die USA nicht. So wurden sie am 22. Oktober 1939 nach Varel verbracht, bevor sie 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurden.

Weiterhin lasen Leni Reinders…

Am Freitagabend lasen Freyja Hüsing, Leni Reinders, Mara Bloempott, Lea Gerdhabing und Deike Miege aus den Briefen der Eheleute Wolff. Eindrückliche Zeugnisse der Sorge, der zunehmenden Verzweiflung angesichts der immer weiter zunehmenden Repressalien und der Sehnsucht nach ihrem kleinen Hans. Selbst aus dem Ghetto hielten die Wolffs den Kontakt noch aufrecht, bis sie 1944 in Auschwitz ermordet wurden – beinahe jedes Mal mit dem Gruß „Kuss für Hansi!“.

… Mara Bloempott…

Anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation der letzten Juden aus Emden vermittelte die Lesung anhand dieser Familiengeschichte auf eindrucksvolle Weise die persönlichen Folgen des Nazi-Terrors – und machte deutlich, warum die Erinnerung daran bis heute ein Auftrag bleibt.

… und Lea Gerdhabing.