„Nicht ohne meine Kippa“ – Rabbi Ufferfilge zu Gast in Emden

Levi Israel Ufferfilge zu Gast in der VHS Emden.

Ein beeindruckender Abend: Am Dienstag war Levi Israel Ufferfilge zu Gast in der VHS Emden.

Bei der Lesung aus seinem Buch „Nicht ohne meine Kippa“ berichtete der Oldenburger Rabbiner aus seinem Leben und von seinem Weg zum Rabbiner. Mit persönlichen Geschichten gab er Einblicke in jüdisches Leben in Deutschland – und in die Erfahrungen, die damit verbunden sind.
Ufferfilge sprach über antisemitische Vorfälle, die er selbst von Kindheit an erlebt hat – von Beschimpfungen, über Verschwörungserzählungen bis hin zu körperlichen Angriffen. Er berichtete von Schändungen jüdischer Friedhöfe und Anschlägen auf Gotteshäuser – auch auf die Oldenburger Synagoge wurde 2024 ein Brandanschlag verübt.

Der Oldenburger Rabbiner berichtete am Dienstag im VHS-Forum aus seinem Leben.

Im Gespräch mit Deike Miege, Lea Gerdhabing und Kai Gembler erinnerte Ufferfilge auch noch einmal an Albrecht Weinberg, den er im Frühjahr in seinen letzten Tagen begleitet hat. Dieser bat Ufferfilge, ihm die Bedeutung des Kaddisch zu erklären, des traditionellen Totengebetes, das Weinberg so oft für die Opfer der Shoah gesprochen hatte. „Der Text ist auf Aramäisch verfasst und enthält kein Wort über Tod oder Trauer“, so Ufferfilge. Vielmehr stelle es eine reine Lobpreisung Gottes dar. „Da bin ich ja Zeit meines Lebens ganz schön hinter das Licht geführt worden“, habe ihm der eigentlich nicht gläubige Weinberg gesagt – natürlich mit einem Lächeln.

Am Ende gab es zahlreiche Bücher zu signieren.

Ein eindrucksvoller Abend – herzlichen Dank, Levi Israel Ufferfilge.