Keep the memory alive belegt den 3. Platz beim Siltenpreis

Freuten sich über die Auszeichnung: die KTMA-Mitglieder

Letzte Woche wurden vier Beiträge von Schülerinnen/ Schülern und Studierenden zur Gedenkkultur in der niederländisch-deutschen Geschichtswerkstatt „Deutschland auf der Flucht. Exil in Amsterdam Zuid 1933-1945“ des Vereins Lastoria in der Villa Ichon in Bremen mit dem Silten-Preis ausgezeichnet. Dabei freuen wir (Projektgruppe „Keep the memory alive“) uns über die erfolgreiche Belegung des 3. Platzes und die positive Rückmeldung der Jury zu unserem Projekt, die im Folgendem zu lesen ist:

Grenzüberschreitendes Gedenken
„Die 2020 gegründete Projektgruppe „Keep the memory alive“ (Haltet die Erinnerung lebendig), der je zwölf Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler des Max-Windmüller-Gymnasiums in Emden und der Democratic School in Modi’in (Israel) angehören, hat die Jury nachhaltig beeindruckt. „Ein nachahmenswertes Beispiel gemeinsamen Engagements, das die Recherche und die Begegnung mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und deren Familien und den Austausch mit israelischen Jugendlichen einschließt und mehrfach Grenzen überschreitet“, hieß es in der Laudatio über die Drittplatzierten. „Das Erlebte, die Erkenntnisse, Erfahrungen und Emotionen sind medial hervorragend aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Interesse an Geschichte, an jüdischer Kultur und nicht zuletzt an einzelnen Menschen, die Empathie und die Selbstverpflichtung, Erinnerungsarbeit zu leisten, sind überdeutlich und glaubhaft. Ein lebensbejahendes Projekt, das den Opfern der Shoah Respekt bezeugt und zur Völkerverständigung beiträgt.“ Der Name „Keep the memory alive“ sei hier wirklich Programm, war der Eindruck einer weiteren Jurorin. Das vielseitige Engagement der Gruppe, von Gesprächen und Videos mit Zeitzeugen über die Nutzung von Instagram, Stolpersteinverlegungen und Reisen zu Gedenkstätten, sei wirklich beachtenswert. Die Kooperation mit israelischen Jugendlichen war auch der Grund, warum die Gruppe nicht zur Preisverleihung anreisen konnte: Die Austauschschülerinnen und Austauschschüler aus Modi’in waren in Emden zu Gast.“

Gabriele Silten als Sechsjährige an einer Amsterdamer Schule

Der erstmals ausgeschriebene Preis ist nach Ruth Gabriele S. Silten und ihren Angehörigen benannt worden. Die 1933 geborene Enkelin des Berliner Apothekers und Erfinders Ernst Silten war 1938 mit ihren Eltern und einer ihrer Großmütter nach Amsterdam Zuid geflohen. Jahre später wurde sie von dort aus über Westerbork nach Theresienstadt verschleppt. Als Child Survivor war sie eines der wenigen Kinder, die in dem Lager in der besetzten Tschechoslowakei gewesen waren und 1945 gerettet werden konnten. Dem Lübecker Unternehmer Heinrich Dräger, einem Geschäftsfreund ihres Großvaters, gelang es, die Deportation Gabriele Siltens und ihrer Eltern nach Auschwitz zu verhindern. R. Gabriele S. Silten hat die Geschichte ihrer Verfolgung und ihrer Rückkehr in die Niederlande als Buchautorin, Dichterin und aktive Zeitzeugin mit späteren Generationen geteilt. Im Oktober letzten Jahres ist sie in Kalifornien gestorben.