Ahmad Mansour im Festspielhaus – Rieke, Lea und Feemke berichten

Antisemitismus und Polarisierung in der Gesellschaft – Ahmad Mansour im Festspielhaus

Am 24.09.26 besuchten wir, Schülerinnen des 11. Geschichtskurses und des Deutsch-Leistungskurses, einen Vortrag von Ahmad Mansour im Festspielhaus am Wall. In seinem Vortrag ging es vor allem um seinen eigenen Lebensweg, Radikalisierung, Integration, Religion und den Nahostkonflikt. Dabei verband er seine persönlichen Erfahrungen immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen.

Zu Beginn erzählte Mansour von seiner Jugend. Damals wurde er in der Schule gemobbt und fühlte sich mit seinen Problemen von seinem Umfeld nicht wahrgenommen. Eine islamistische und radikale Gruppe bemerkte jedoch, dass es ihm nicht gut ging, und gab ihm das Gefühl, dazuzugehören. Dadurch fand er innerhalb dieser Gruppe Anerkennung und Gemeinschaft. Gleichzeitig begann er, seinen Glauben immer stärker aus dieser radikalen Perspektive zu verstehen. Dies führte schließlich auch zu Konflikten mit seiner Familie.

Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben war sein Psychologie-Studium in Israel. Dort kam er mit Menschen in Kontakt, die er zuvor als seine „Feinde“ betrachtet und deshalb gemieden hatte. Er studierte gemeinsam mit jüdischen Menschen und lernte sie persönlich kennen. Dadurch stellte er fest, dass seine bisherigen Vorstellungen und sein Hass nicht zu den tatsächlichen Menschen passten, die ihm begegneten. Für ihn wurde deutlich, dass sich sein Hass auf ein Bild richtete, das durch seine damalige Umgebung und seine radikale Gruppe entstanden war. Diese Erfahrung brachte ihn dazu, seine bisherigen Ansichten zu hinterfragen und sich von der Radikalisierung zu lösen.

Auch sein späterer Weg nach Deutschland war ein wichtiger Teil des Vortrags. Mansour berichtete, dass die Integration für ihn zunächst schwierig gewesen sei, da er stark in seiner eigenen „Blase“ gelebt hatte. Er betonte deshalb, dass Menschen, die beispielsweise aufgrund von Krieg nach Deutschland kommen, mehr Unterstützung erhalten sollten. Dazu gehörten für ihn unter anderem Deutschkurse, Sozialarbeiter oder psychologische Unterstützung. Gleichzeitig müsse es Möglichkeiten geben, mit der deutschen Gesellschaft und Kultur in Kontakt zu kommen. Integration sei aus seiner Sicht keine einseitige Aufgabe, sondern ein Prozess, bei dem Unterstützung eine wichtige Rolle spiele.

Immer in der Nähe Mansours: Personenschützer sorgen für die Sicherheit des Redners

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Religion. Mansour erklärte, dass er selbst Muslim sei und an Gott glaube, seinen Glauben heute aber nicht mehr so praktiziere wie früher. Dabei sprach er auch über den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Er machte deutlich, dass man zwischen persönlichem Glauben und einer politischen beziehungsweise extremistischen Ideologie unterscheiden müsse.

Auch über die heutige Gesellschaft und insbesondere über Jugendliche und soziale Medien sprach Mansour. Seiner Meinung nach gebe es eine zunehmende politische Polarisierung und Radikalisierung. Er beobachte, dass Menschen teilweise sehr stark in bestimmte politische Richtungen gehen und sich dadurAm 24.09.26 besuchten wir, Schülerinnen des 11. Geschichtskurses und des Deutsch-Leistungskurses, einen Vortrag von Ahmad Mansour im Festspielhaus am Wall. In seinem Vortrag ging es vor allem um seinen eigenen Lebensweg, Radikalisierung, Integration, Religion und den Nahostkonflikt. Dabei verband er seine persönlichen Erfahrungen immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen.

Zu Beginn erzählte Mansour von seiner Jugend. Damals wurde er in der Schule gemobbt und fühlte sich mit seinen Problemen von seinem Umfeld nicht wahrgenommen. Eine islamistische und radikale Gruppe bemerkte jedoch, dass es ihm nicht gut ging, und gab ihm das Gefühl, dazuzugehören. Dadurch fand er innerhalb dieser Gruppe Anerkennung und Gemeinschaft. Gleichzeitig begann er, seinen Glauben immer stärker aus dieser radikalen Perspektive zu verstehen. Dies führte schließlich auch zu Konflikten mit seiner Familie.

Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben war sein Psychologie-Studium in Israel. Dort kam er mit Menschen in Kontakt, die er zuvor als seine „Feinde“ betrachtet und deshalb gemieden hatte. Er studierte gemeinsam mit jüdischen Menschen und lernte sie persönlich kennen. Dadurch stellte er fest, dass seine bisherigen Vorstellungen und sein Hass nicht zu den tatsächlichen Menschen passten, die ihm begegneten. Für ihn wurde deutlich, dass sich sein Hass auf ein Bild richtete, das durch seine damalige Umgebung und seine radikale Gruppe entstanden war. Diese Erfahrung brachte ihn dazu, seine bisherigen Ansichten zu hinterfragen und sich von der Radikalisierung zu lösen.

Auch sein späterer Weg nach Deutschland war ein wichtiger Teil des Vortrags. Mansour berichtete, dass die Integration für ihn zunächst schwierig gewesen sei, da er stark in seiner eigenen „Blase“ gelebt hatte. Er betonte deshalb, dass Menschen, die beispielsweise aufgrund von Krieg nach Deutschland kommen, mehr Unterstützung erhalten sollten. Dazu gehörten für ihn unter anderem Deutschkurse, Sozialarbeiter oder psychologische Unterstützung. Gleichzeitig müsse es Möglichkeiten geben, mit der deutschen Gesellschaft und Kultur in Kontakt zu kommen. Integration sei aus seiner Sicht keine einseitige Aufgabe, sondern ein Prozess, bei dem Unterstützung eine wichtige Rolle spiele.

Im Festspielhaus kamen die Schülerinnen und Schüler verschiedener ostfriesischer Gymnasien zusammen, um Mansour zu hören

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Religion. Mansour erklärte, dass er selbst Muslim sei und an Gott glaube, seinen Glauben heute aber nicht mehr so praktiziere wie früher. Dabei sprach er auch über den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Er machte deutlich, dass man zwischen persönlichem Glauben und einer politischen beziehungsweise extremistischen Ideologie unterscheiden müsse.

Auch über die heutige Gesellschaft und insbesondere über Jugendliche und soziale Medien sprach Mansour. Seiner Meinung nach gebe es eine zunehmende politische Polarisierung und Radikalisierung. Er beobachte, dass Menschen teilweise sehr stark in bestimmte politische Richtungen gehen und sich dadurch immer mehr voneinander abgrenzen. Als einen möglichen Einflussfaktor nannte er soziale Medien, da dort häufig Inhalte verbreitet werden, die bestehende Ansichten verstärken.

Zum Schluss ging Mansour auch auf den Nahostkonflikt ein, zu dem er aufgrund seiner eigenen Herkunft eine besondere Verbindung hat. „Ich habe aufgehört, den Nahostkonflikt lösen zu wollen.“, erklärte er, denn der Konflikt sei sehr komplex und er selbst habe sowohl eine Verbindung zu Israel als auch zu Palästina. Deshalb gehe es für ihn nicht darum, sich einfach für eine Seite zu entscheiden. Vielmehr müsse man versuchen, die verschiedenen Perspektiven und die Geschichte des Konflikts zu verstehen.

Insgesamt fanden wir den Vortrag besonders interessant, weil Mansour nicht nur allgemein über Radikalisierung und Integration sprach, sondern seine eigenen Erfahrungen einbezog. Dadurch wurde deutlich, wie schnell Menschen durch das Gefühl von Ausgrenzung und fehlender Zugehörigkeit in eine Gruppe geraten können. Gleichzeitig zeigte sein Lebensweg, dass solche Überzeugungen auch hinterfragt und verändert werden können.

von: Rieke Götemann (Jg. 11), Feemke Hensmann, Lea Gerdhabing (beide Jg. 12)