Im August 2024 nahm ich als begleitende Lehrkraft an der Fahrt unserer Matheleistungskurse zum Tag der Mathematik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg teil. Neben spannenden Vorträgen, Workshops und Interviews gab es auch einen mathematischen Wettbewerb, bei dem eine Gruppe unserer Schüler:innen einen hervorragenden 2. Platz belegte. Was haben wir uns gefreut! Und wie stolz mein Kollege auf seinen Leistungskurs war! Wenn ich einmal einen Leistungskurs (LK) unterrichte, so dachte ich, dann möchte ich auch am Wettbewerb teilnehmen (lassen) und vielleicht haben meine Schüler:innen dann ja auch solch einen Erfolg…
Es dauerte nicht lange und letztes Jahr bekam ich meinen ersten LK, nun sind wir schon im zweiten Jahr. Schon Monate vor dem Tag der Mathematik stand für mich fest: Wir fahren dahin, ob ihr wollt oder nicht! „Müssen wir auch am Wettbewerb teilnehmen?“ murrte es mir beim Verkünden im Kurs des 13. Jahrgangs entgegen. „Nein… außer die extrem Guten unter euch, die zwinge ich!“ war meine zugegebenermaßen nicht wirklich pädagogisch wertvolle Antwort. Mindestens einem Team wollte ich doch die Erfahrung gönnen, bei dem Wettbewerb mitzumachen und vielleicht auch einen besonderen Platz zu belegen. Resignation machte sich im Kurs breit: Drei Schüler:innen gaben sich geschlagen und nahmen sich der Herausforderung an.
Kurzerhand wurde auch der LK des 12. Jahrgangs verpflichtet und dann ging es gemeinsam am 03. September 2026 früh morgens los Richtung Oldenburg. Die Stimmung war gut und ausgelassen, daran konnte auch weder der technische Defekt am Zug (just Bahn things) etwas ändern, noch meine nicht ganz ernst gemeinte Drohung, ich sei zutiefst enttäuscht, würde nicht ein Team von uns mindestens den dritten Platz beim Wettbewerb belegen.
Gerade am Campus Wechloy angekommen ging es auch schon direkt los mit einem spannenden Vortrag zur Mathematik hinter dem Sammeln von Panini-Bildern, welche aufzeigt, wie viele Sammeltüten man wohl kaufen müsse, um das Sammelalbum (WM 2026) vollzubekommen und wie teuer das wahrscheinlich sei. Spoiler: Von 2000 Euro kann man dabei wohl ausgehen, aber wenn man mit anderen Sammler:innen tauscht, wird es um einiges günstiger. Nach einer kurzen Pause ging es für die extrem motivierten und mutigen (oder die zu Motivation und Mut gezwungenen) Schüler:innen zum Wettbewerb: Aus Jahrgang 12 haben Raphael Büscher, Jakob Fritzen, Nils Gottschlich, Thang Mac, Hisko Weber, Joel Weerda teilgenommen, aus Jahrgang 13 waren Rufus Reimer, Jasper Scheumann (JAG) und Nadja Strehle dabei. Wir anderen begaben uns zum Workshop „Wie Spiele unseren Alltag prägen“. Auch hierbei waren unsere Schüler:innen motiviert und smart; sie haben schnell die geforderten Strategien zur Gewinnmaximierung ermittelt sowie tiefer analysiert und somit Einblicke in die Spieltheorie und die Wirtschaftsmathematik bekommen.
Neben dem Zeigen von Leistungen geht es beim Tag der Mathematik auch um die Frage, ob ein Mathestudium für unsere Schüler:innen ansprechend ist: einerseits durch die Vorträge (ein weiterer trug den Namen „Graphen, Matrizen und Daten“) und durch das „Schnuppern von Studiluft“ im Hörsaal oder in der Mensa, andererseits auch durch Interviews von ehemaligen Student:innen über die Rolle ihres Mathestudiums in Bezug auf ihren aktuellen Beruf.
Kurz vor Ende der Veranstaltung war es dann so weit, die große Siegerehrung wurde angekündigt, also der Moment, den ich mir quasi zwei Jahre lang ausgemalt hatte… der dritte Platz ging nach Bad Zwischenahn… der zweite Platz nach Wilhelmshaven… durften wir noch hoffen? Sind unsere Schüler:innen wirklich so dermaßen extrem gut? … Die Antwort darauf: JA! Und sogar noch mehr als das: Nicht nur erreichte das Team aus Rufus, Jasper und Nadja tatsächlich mit Abstand den ersten Platz, sie taten es auch noch mit voller Punktzahl – das hatte es in der langjährigen Geschichte des Wettbewerbs bisher erst ein einziges Mal zuvor gegeben. Dass ich nicht wortwörtlich direkt vor Freude geplatzt bin, grenzt an ein Wunder; ich bin unfassbar begeistert von eurem Können! Nebst Urkunden wurde diese Leistung vom Veranstalter mit Sachpreisen und im Kurs mit Kuchen gewürdigt.
Liebe Mathematiker:innen der Leistungskurse, ihr habt euch diesem Tag gestellt, im Wettbewerb, im Workshop, in den anspruchsvollen Vorträgen. Ihr habt gewusst oder auch nicht gewusst, was euch genau erwartet und wart aufgeschlossen, auch gegenüber der Begeisterung eurer Lehrkräfte. Wir haben den Tag mit euch sehr genossen und sind stolz auf euch!











